In der heutigen Zeit spielt sich der Alltag von Kindern und Jugendlichen zunehmend in der digitalen Sphäre ab. Online zu sein hat eindeutig Vorzüge, aber zu viel wahllose Bildschirmzeit kann auf Kosten der psychischen und körperlichen Gesundheit gehen.
EU-weit hat sich die Zeit, die 9- bis 15-Jährige am Bildschirm und in den sozialen Medien verbringen, in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt. Für die Entwicklung von Gehirn und Persönlichkeit ist das ein kritisches Alter.
Problematische Designentscheidungen bergen Risiken für das Wohlergehen und die psychische Gesundheit der Nutzenden
Die Algorithmen von sozialen Medien sind auf maximale Nutzerbindung ausgelegt. Gestaltungsmerkmale wie endloses Scrollen, Autoplay oder Push-Nachrichten verleiten Nutzende dazu, mehr Zeit auf der Plattform zu verbringen. Ausufernde Bildschirmzeiten werden mit suchtartigen Symptomen in Verbindung gebracht, wie Schwierigkeiten bei der Kontrolle über die Verweildauer vor dem Bildschirm, Zurückgezogenheit und mangelnder Motivation für andere Tätigkeiten.
Weltgesundheitsorganisation. „Teens, Screens and Mental Health“ (Teenager, Bildschirme und psychische Gesundheit)
Wir tragen gemeinsam die Verantwortung für den Schutz der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen vor ausufernden Bildschirmzeiten, süchtig machenden Algorithmen und schädlichen Inhalten oder Verhaltensweisen.
Von den digitalen Plattformen und den Regierungen, die für sichere digitale Räume sorgen, bis hin zu Eltern und jungen Menschen, die informierte Entscheidungen treffen, sitzen wir alle im selben Boot: #InThisTogether.
Indem junge Menschen in die Lage versetzt werden, hinter ihren Entscheidungen zu stehen und gesunde Grenzen zu ziehen, können sie auch mit dafür sorgen, dass ihre Online-Aktivitäten gesund sind und Spaß machen. Dazu braucht es Bewusstheit und Selbstreflexion sowohl im Hinblick auf die Zeit, die sie vor dem Bildschirm verbringen, als auch auf die Inhalte, die sie sich anschauen, und auf die von der Plattform getroffenen Designentscheidungen. Studien weisen darauf hin, dass die mit ausufernden Bildschirmzeiten verbundenen schädlichen Folgen durch eine passive Nutzung verstärkt werden können, während sich eine aktive Nutzung weniger negativ auswirkt.
Kommen Sie noch heute mit den jungen Menschen in Ihrem Umfeld ins Gespräch:
- Wie lange bist du an einem normalen Tag am Bildschirm?
- Was gefällt dir dabei am besten?
- Glaubst du, dass du deine Zeit auch besser hättest nutzen können?
- Hast du bemerkt, ob sich die Bildschirmzeit auf deinen Schlaf, deine Gesundheit oder deine Laune auswirkt?
- Wie oft machst du Pause?
Orientierungshilfe für Eltern, Betreuungs- und Lehrkräfte sowie alle, die jungen Menschen in der Online-Welt den Rücken stärken wollen
EU-Maßnahmen
Die EU trifft Vorkehrungen für den Schutz von Kindern in der digitalen Welt.
Mit der Strategie für ein besseres Internet für Kinder wird sichergestellt, dass Kinder online geschützt, respektiert und gestärkt werden, und das Gesetz über digitale Dienste schreibt Online-Plattformen vor, dafür zu sorgen, dass ihre Dienste nicht das körperliche und seelische Wohlergehen von Kindern gefährden. Ein EU-Aktionsplan gegen Cybermobbing soll Kindern, Eltern, Betreuungs- und Lehrkräften die nötigen Mittel gegen dieses wachsende Problem an die Hand geben.
