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Public Health

Newsletter Gesundheit-EU – Im Fokus

EU-Gesundheitspreis 2016 – Unterstützung der NRO beim Kampf gegen Antibiotikaresistenz

Mit dem diesjährigen Preis wurden europäische Nichtregierungsorganisationen geehrt, die sich für eine Verringerung der von Antibiotikaresistenz ausgehenden Risiken einsetzen. Die drei Gewinner – ausgewählt aus 26 Kandidaten – wurden am 6. Februar 2017 bei der gemeinsamen Preisverleihung des Horizon-Preises und des EU-Gesundheitspreises in Leuven (Belgien) bekannt gegeben. Am Rande der Veranstaltung beantworteten sie uns einige Fragen zu ihrer Arbeit und zum Gewinn des Preises.

1. Platz: BEUC/Europäischer Verbraucherverband für die Kampagne gegen Antibiotikaresistenz „Vom Bauernhof zu Ihnen“. Unsere Interview-Partnerin: Monique Goyens, Generaldirektorin von BEUC.

„Wir vertreten 43 unabhängige nationale Verbraucherorganisationen aus 31 europäischen Ländern. Wir fungieren als Dachverband in Brüssel und vertreten die Interessen aller europäischen Verbraucher/-innen. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern sensibilisieren wir die Öffentlichkeit für Antibiotikaresistenz. Die Gesundheitsbehörden warnen die Verbraucher inzwischen davor, beim kleinsten Gesundheitsproblem Antibiotika zu nehmen. Wir finden, dass auch in landwirtschaftlichen Betrieben auf den missbräuchlichen oder übermäßigen Einsatz von Antibiotika in der Viehzucht verzichtet werden sollte. Unter anderem haben wir dazu eine Infografik erstellt, die verdeutlicht, wie Bakterien resistent gegen Antibiotika werden und sich von den Bauernhöfen über die Umwelt auf den Menschen übertragen (siehe Link unter „Im Fokus“).

Der Preis ist für uns eine große Ehre. Mit dem Gewinn von 20 000 Euro werden wir unsere wichtige Arbeit fortsetzen, um eine der größten Gesundheitsbedrohungen unserer Zeit auszumerzen. Vor allem wollen wir eine Änderung der Viehzuchtmethoden herbeiführen und die Verbraucher, aber auch die Politiker für dieses Problem sensibilisieren, denn diese können maßgeblich dazu beitragen, dass die EU-Rechtsvorschriften den Missbrauch und übermäßigen Einsatz von Antibiotika bei Zuchttieren nicht länger tolerieren.“

2. Platz: Alliance to Save our Antibiotics – World Farming – Soil Association – Sustain. Cóilín Nunan, wissenschaftlicher Berater der Allianz, sprach mit uns über ihre Initiative.

„In der „Alliance to Save our Antibiotics“ haben sich EU-weit mehr als 60 Organisationen aus den Bereichen Gesundheit, Medizin, Umwelt, Landwirtschaft und Tierschutz zusammengeschlossen. Wir fordern ein Verbot des gängigen Präventiveinsatzes von Antibiotika zur Behandlung gesunder Tiergruppen im Vereinigten Königreich und in der EU sowie eine deutliche Begrenzung des landwirtschaftlichen Einsatzes besonders wichtiger Antibiotika.

Mit ihrer Kampagne setzt sich die Allianz vor allem für eine Landwirtschaft ein, die der Gesundheit und dem Wohlergehen der Tiere Priorität einräumt und dadurch die Notwendigkeit von Antibiotika reduziert.

Eine solche Anerkennung ist ein großer Erfolg für uns, besonders angesichts der Vielzahl ausgezeichneter Mitbewerber um diesen Preis. Der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Viehzucht droht Jahrzehnte medizinischer Fortschritte zunichte zu machen. Der Gewinn des Preises wird uns helfen, auf dieses wichtige Problem hinzuweisen und uns auch künftig für eine EU-weite Strategie zur Reduzierung des übermäßigen Einsatzes von Antibiotika in der Viehzucht einsetzen zu können.“

3. Platz: „World Alliance Against Antibiotic Resistance“ (WAAAR) mit ihrer Initiative „Acting to Preserve Antibiotics“ Wir sprachen mit dem Gründer und Präsidenten von WAAAR, Dr. Jean Carlet.

„WAAAR setzt sich für die Anerkennung von „Antibiotika“ als UNESCO-Weltkulturerbe ein.

Antibiotika sind der wichtigste Pfeiler der modernen Gesundheitssysteme der Nachkriegszeit. Mir graut vor der Vorstellung, dass sie eines Tages nicht mehr wirksam sein könnten. Und doch verschwenden wir diese wertvolle Ressource derzeit durch falschen oder übermäßigen Einsatz bei Menschen und Tieren.

Ein wichtiger Teil unseres Aktionsplans ist die Sensibilisierung: Der Preis der Europäischen Kommission erhöht unseren Bekanntheitsgrad und hilft uns, mehr Menschen zu erreichen. Wir wollen die Behörden davon überzeugen, geeignete Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung multiresistenter Erreger zu ergreifen, und wir arbeiten mit aller Kraft gegen eine der größten Gesundheitsgefahren, in der Hoffnung, Leben zu retten.“

Aktivitäten auf EU-Ebene

EU-Plattform für Gesundheitspolitik

Europäische Kommission – Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

EU-Gesundheitspreis für Nichtregierungsorganisationen

Europäische Kommission – Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Aktuelles

Ehrung der Gewinner des EU-Gesundheitspreises für NRO 2016

Der für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis verlieh drei Organisationen, die sich mit ihren Initiativen zur Verringerung der von Antibiotikaresistenz ausgehenden Gesundheitsgefahren ausgezeichnet hatten, den zu diesem Zweck ausgelobten EU-Gesundheitspreis für NRO. Lesen Sie die Interviews in der aktuellen Ausgabe!

EU-Gesundheitspreis: Professor Herman Goossens würdigt Rolle der EU beim Kampf gegen Antibiotikaresistenz

Lesen Sie die Rede des Professors für medizinische Mikrobiologie (Universität Antwerpen und Universitätskrankenhaus Antwerpen) Herman Goossens, erschienen am 14. Februar 2017 in „Nature international“ (wöchentliche wissenschaftliche Zeitschrift).

Acht Nichtregierungsorganisationen in engerer Wahl für den EU-Gesundheitspreis 2016

Acht Finalisten wurden zur feierlichen Verleihung des EU-Gesundheitspreises am 6. Februar 2017 in Brüssel eingeladen, um dort für ihre ausgezeichnete Arbeit bei der Bekämpfung von Antibiotikaresistenz geehrt zu werden.

Aktionsplan gegen Antibiotikaresistenz: Kommission leitet öffentliche Konsultation ein

Die Kommission befragt die Öffentlichkeit zu möglichen Maßnahmen im Rahmen des Aktionsplans „Eine Gesundheit“, der im Sommer 2017 angenommen werden soll. Behörden, einschlägige Akteure und Bürgerinnen und Bürger können den Fragebogen noch bis zum 28. April 2017 beantworten.

Rund 60 Interessengruppen bei der EU-Plattform für Gesundheitspolitik am 5. Dezember 2016

Die Interessenträger hatten Gelegenheit, Vorschläge für die nächsten gemeinsamen Erklärungen im Rahmen der thematischen Netze der Internetplattform einzubringen.

EU-Plattform für Gesundheitspolitik: thematische Netze ausgewählt

Die thematischen Netze werden sich mit der Harmonisierung der medizinischen Aus- und Weiterbildung für mehr Patientensicherheit, Antibiotikaresistenz und Beschäftigung von Mitarbeitern mit chronischen Krankheiten beschäftigen. Die Netze stehen zwar fest – bei Interesse können Sie sich trotzdem jederzeit an der Plattform beteiligen!

Gewinner-NRO verdeutlicht in Infografik: Antibiotikaresistenz beginnt auf dem Bauernhof

Die Infografik „Antibiotikaresistenz – vom Bauernhof zu Ihnen“ stammt von der diesjährigen Gewinner-NRO des EU-Gesundheitspreises.