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Public Health

Newsletter von Gesundheit-EU 199 – Fokus

Bringen Sie schöne Erinnerungen aus dem Sommerurlaub mit – nicht Hautkrebs!

Die luxemburgische Gesundheitsministerin Lydia Mutsch spricht mit uns über den Slogan und die Bedeutung der neuen Hautkrebs-Sensibilisierungskampagne in Luxemburg, die vom luxemburgischen Gesundheitsministerium, der „European Association of Dermato Oncology“ sowie der „Société Luxembourgeoise de Dermato-Vénérologie“ durchgeführt wird.

Was ist die Botschaft dieser neuen Kampagne?

Die wichtigste Botschaft der Kampagne ist, Hautkrebs ernst zu nehmen und für die eigene Gesundheit Sorge zu tragen, indem jeder lernt, sich vor Hautkrebs zu schützen und ihn bereits in einem frühen Stadium zu erkennen. Wir haben schon vor dem Sommer Broschüren verteilt, nicht nur, um die Menschen für das Problem zu sensibilisieren, sondern auch, damit sie sich selbst auf verdächtige Stellen untersuchen können. Die Broschüre enthält eine Anleitung mit Informationen und Fotos zu harmlosen und potenziell gefährlichen Hautflecken, die als Orientierungshilfe bei der Selbstuntersuchung dienen soll. Das ist nicht schön anzusehen, aber extrem hilfreich. Ignorieren hilft in diesem Fall nicht – nur wer Bescheid weiß, kann sein Leben retten! Die Informationen sind auch online verfügbar unter http://www.sante.public.lu/fr/prevention/cancer-peau-depistage/index.html

Das Ministerium organisiert in Zusammenarbeit mit der luxemburgischen Gesellschaft für Dermatologie jedes Jahr Sensibilisierungskampagnen. Indem wir die Menschen immer wieder daran erinnern und sie direkt einbeziehen, erhöhen wir die Chance, dass sich langfristig etwas bessert. Wir bringen damit auch Bürger und Hautärzte zusammen: Bei wichtigen Sommerveranstaltungen organisiert das Ministerium Informationsstände, an denen sich die Besucher/-innen kostenlos von Hautärzten untersuchen lassen können und Gratisproben von Sonnencremes erhalten. Das ist immer ein großer Erfolg.

Luxemburg ist nicht Mallorca – ist Hautkrebs hier wirklich ein Thema?

Leider ja! 2015 wurden 1351 Menschen mit Hautkrebs diagnostiziert. Davon hatten 118 bösartige Melanome (die gefährlichste Hautkrebsvariante) und 1233 Nicht-Melanom-Hautkrebs (die allgemeinere und weniger gefährliche Form). Die gute Nachricht ist, dass eines von vier Melanomen rechtzeitig erkannt wird. Die schlechte: Die restlichen drei nicht! 179 Menschen (143 mit Melanom und 36 mit Nicht-Melanom) starben in Luxemburg in den letzten zehn Jahren (2006–2015) an Hautkrebs. Besonders traurig daran ist, dass viele dieser Todesfälle hätten verhindert werden können. Außerdem darf man nicht vergessen, dass auch Luxemburger gern verreisen – und zwar meistens Richtung Süden!

Ist Hautkrebs nicht einfacher zu heilen als andere Krebsarten?

Ja, wenn er früh erkannt wird, sind die Überlebenschancen sehr hoch. Wird er nicht rechtzeitig erkannt, ist er oft tödlich, da er sich mit einer Chemotherapie kaum behandeln lässt. Er kann sich ganz langsam entwickeln oder aber extrem schnell. Darum ist es in diesem Fall so wichtig, wachsam zu bleiben.

Ändert die Bevölkerung bereits ihr Verhalten?

Ja, teilweise – dank unserer wiederkehrenden Kampagnen. Aber de facto gilt gebräunte Haut bei Jung und Alt immer noch als attraktiv und Zeichen von Gesundheit und Schönheit. In unserer Gesellschaft, in der das Aussehen oft überbewertet wird, ist dies fatal. Viele Menschen unterschätzen die Risiken von Hautkrebs und denken, ein Sonnenbrand wäre auch nichts anderes als ein Schnupfen. Dabei erhöht bereits ein Sonnenbrand das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. Und Menschen mit dunklerer Hautfarbe müssen auch wissen, dass sie nicht immun dagegen sind!

Wurde Luxemburg beim Kampf gegen Hautkrebs von der EU unterstützt oder beraten?

Ja, natürlich! Wir alle profitieren von Instrumenten wie dem Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung, die Früherkennung und Vorsorgemaßnahmen fördern, ebenso wie von der EU-finanzierten Forschung. Die Stellungnahme des unabhängigen Wissenschaftlichen Ausschusses der Europäischen Kommission zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Sonnenbänken war ebenfalls äußerst hilfreich. Darin wurden Fragen zur Sicherheit von Sonnenbänken geklärt und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse dargelegt. Dies hat dem Ministerium bei der Erarbeitung der neuen Verordnung zur Verwendung von Sonnenbänken sehr geholfen. Der Vorschlag wird derzeit im Parlament erörtert. Er sieht ein Nutzungsverbot von Sonnenbänken für Minderjährige vor.

Im Rahmen des Programms „Marie Curie“ der Kommission erhielten hier in Luxemburg außerdem Doktoranden Fördergelder für ihre Forschungsarbeiten zum Thema Hautkrebs. Die Forschungsabteilung „Life Sciences“ der Universität Luxemburg erhielt 500 000 Euro der insgesamt drei Millionen Euro an Fördergeldern, die die EU in das MEL-PLEX-Netzwerk investiert hat, das Hochschulen, Krankenhäuser und Unternehmen aus elf Ländern miteinander vernetzt, die alle im Bereich Hautkrebs arbeiten. Diese Initiative könnte neue Erkenntnisse mit gewaltigem Nutzen für alle Bürgerinnen und Bürger in der gesamten EU liefern. Wir wären natürlich stolz, wenn die Lösungen von morgen für die Gesundheitsprobleme von heute gerade hier in Luxemburg entdeckt würden!

Aktivitäten auf EU-Ebene

Ernste und chronische Krankheiten

Europäische Kommission – Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Aktuelles

Europäischer Kodex zur Krebsbekämpfung empfiehlt Sonnenschutz und rät ab von Sonnenbänken

Der Europäische Kodex zur Krebsbekämpfung enthält zwölf Empfehlungen zur Senkung des persönlichen Krebsrisikos, darunter „Vermeiden Sie zu viel Sonne, insbesondere bei Kindern. Verwenden Sie effektiven Sonnenschutz. Gehen Sie nicht auf die Sonnenbank.“

Kein sicherer Expositionsgrenzwert für UV-Strahlen in Sonnenbänken

In seiner Stellungnahme zu den gesundheitlichen Auswirkungen von UV-Strahlen, insbesondere bei der Exposition in Sonnenbänken, kommt der Wissenschaftliche Ausschuss für Gesundheit, Umwelt- und neu aufkommende Risiken zu dem Schluss, dass die UV-Exposition in Sonnenbänken Hautkrebs verursacht.

Informationen über bösartige Melanome – Factsheet des Europäischen Netzes der Krebsregister

Bösartige Melanome sind eine der drei Hauptarten von Hautkrebs. Im Jahr 2012 wurden bei ungefähr 100 000 Europäerinnen und Europäern Melanome diagnostiziert. 22 200 von ihnen starben noch im selben Jahr.

„Insider“-Tipps zur Vermeidung von Hautkrebs

„Den Insider“ ist eine vierteljährliche Veröffentlichung der luxemburgischen Krebsstiftung zu krebsrelevanten Themen. Die Juni-Ausgabe beschäftigt sich mit Hautkrebs und gibt in einem Quiz und einem Leitfaden wichtige „Überlebenstipps“ für die Sommersonne.

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