Zehn Maßnahmen für eine Impfung für alle
Die Europäische Kommission und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranstalteten am 12. September einen Globalen Impfgipfel, um die Ausbreitung von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten umzukehren und die Verbreitung von Fehlinformationen über Impfungen zu stoppen. Die Diskussionen werden anschließend in den Aktionen und Berichten zusammengefasst.
Alle Menschen sollten Zugang zu Impfschutz haben. Obwohl sichere und wirksame Impfstoffe zur Verfügung stehen, wirken sich Hindernisse beim Zugang, Versorgungsengpässe, Fehlinformationen, Gleichgültigkeit hinsichtlich Gesundheitsrisiken, schwindendes öffentliches Vertrauen in die Bedeutung von Impfungen sowie Desinvestitionen negativ auf die weltweiten Durchimpfungsraten aus. Impfungen gehören unbestreitbar zu den wirkungsvollsten Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens. Wir müssen die hart erkämpften Erfolge flächendeckender Impfkampagnen verteidigen, doch auch mehr für wirkungsvolle und gerechte Gesundheitssysteme tun. Wir müssen die durch eine vermeidbare Krankheit verursachten Schäden und Leiden begrenzen. Dazu gehören auch Investitionen in Forschung und Entwicklung, mit denen fehlende Antworten auf medizinische Fragen gefunden, neue Impfstoffe entwickelt und existierende Stoffe verbessert werden können.
Diskussionsergebnisse und notwendige Maßnahmen, um Impfungen für alle zu verwirklichen und durch Impfung vermeidbare Krankheiten auszurotten:
- Förderung des weltweiten politischen Engagements für die Impfung und Aufbau wirksamer Kooperationen und Partnerschaften auf internationaler, nationaler, regionaler und lokaler Ebene mit Gesundheitsbehörden, Angehörigen der Gesundheitsberufe, der Zivilgesellschaft, Gemeinschaften, Forschung und Industrie zum Schutz aller Menschen an allen Orten durch hohe Durchimpfungsraten.
- Gewährleistung nationaler Impfstrategien und ihrer Durchführung in allen Ländern und Unterstützung ihrer finanziellen Tragfähigkeit mit Blick auf die universelle Gesundheitsversorgung, bei der niemand zurückgelassen werden darf.
- Aufbau starker Systeme zur Überwachung von Krankheiten, die durch Impfung vermieden werden können, vor allem derjenigen, für die bereits weltweit die Ausrottung das Ziel ist.
- Beseitigung der Ursachen für die Impfskepsis und Verbesserung des Vertrauens in Impfungen, doch auch Gestaltung und Umsetzung faktengestützter Maßnahmen.
- Einsatz der digitalen Technologien für eine bessere Überwachung der Durchsetzung von Impfprogrammen.
- Unterstützung der Forschung bei der laufenden Erhebung von Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Impfstoffen und zur Durchsetzung von Impfprogrammen.
- Kontinuierliche Bemühungen und Investitionen, darunter neue Finanzierungsmodelle und Anreize in Forschung, Entwicklung und Innovation für neue oder verbesserte Impf- und Versorgungsdienste.
- Minderung der Risiken von Impfstoffengpässen durch verbesserte Systeme zur Überwachung der Verfügbarkeit, Prognostizierung, Lieferung und Bevorratung sowie Zusammenarbeit mit Herstellern und allen Beteiligten der Produktionskette zur bestmöglichen Nutzung bestehender oder künftiger Kapazitäten.
- Befähigung der Angehörigen der Gesundheitsberufe auf allen Ebenen und der Medienvertreter, der Öffentlichkeit transparente und objektive Informationen zu vermitteln, um falschen oder verwirrenden Informationen entgegenzuwirken, auch über soziale Medien und Technologieunternehmen.
- Einbeziehung des Themas Impfung in die weltweiten Pläne für Gesundheitswesen und Entwicklungshilfe über eine neue Impfagenda 2030.
Aktivitäten auf EU-Ebene
Europäische Kommission – Gesundheit und Lebensmittelsicherheit |
Aktuelles
12. September 2019: Europäische Kommission und WHO organisieren Globalen Impfgipfel Die Veranstaltung findet unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des Präsidenten der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, und des WHO-Generaldirektors Tedros Adhanom Ghebreyesus statt, die dem Thema Impfung hochrangige Sichtbarkeit und politische Unterstützung verleihen. |
HPV-Impfung könnte laut englischer Gesundheitsbehörde 100 000 Krebsfälle verhindern Schätzungen von Public Health England zufolge könnten bis 2058 über 64 000 Fälle von Gebärmutterhalskrebs und fast 50 000 andere Krebsfälle durch ein HPV-Impfprogramm vermieden werden. |
Was denken die Europäerinnen und Europäer über Impfungen? In einer Eurobarometer-Umfrage vom März 2019 wurden Bürgerinnen und Bürger Europas zum Thema Impfungen befragt, unter anderem zu den Aspekten durch Impfung vermeidbare Krankheiten, Wirksamkeit von Impfstoffen sowie Erfahrungen mit Impfungen und Informationsquellen. |
Factsheet zur EU-Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten |
In einem kürzlich veröffentlichten Newsletter des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) nannte dessen Direktorin Andrea Ammon drei wichtige Faktoren für die vermeidbare Masernepidemie: eine große Gruppe Menschen, die für Masern anfällig sind, zahlreiche Masernfälle bei Säuglingen und Erwachsenen sowie das weiterhin hohe Potenzial von Einschleppungen. |
Der von den Mitgliedsländern des WHO-Regionalbüros für Europa im Jahr 2014 unterzeichnete Plan legte regionale Ziele für Impfkampagnen und die Eindämmung von durch Impfungen vermeidbaren Krankheiten für den Zeitraum 2015 bis 2020 und darüber hinaus sowie Ziele, Schwerpunktbereiche und Indikatoren fest. |
Lesen Sie den gesamten Globalen Impfaktionsplan 2011–2020 oder Zusammenfassungen der Abschnitte Der im Mai 2012 von den 194 Mitgliedsländern der Weltgesundheitsversammlung verabschiedete Globale Impfaktionsplan ist der Rahmen, mit dem bis zum Jahr 2020 Millionen von Todesfälle durch einen gerechteren Zugang zu Impfstoffen für Menschen in allen Gemeinschaften verhindert werden sollen. |
2018 erhielten 20 Millionen Kinder keine lebensrettenden Masern-, Diphtherie- und Tetanusimpfungen Laut neuen Daten von WHO und UNICEF versäumten mehr als ein Zehntel der Kinder im Jahr 2018 die lebensrettenden Impfungen gegen Masern, Diphtherie und Tetanus. |
Das Factsheet enthält Fakten und Zahlen zur Impfung, zum Beispiel die Information, dass schätzungsweise 19,4 Millionen Kinder unter einem Jahr nicht den DTP3-Impfstoff erhalten haben. |
Wegweisender weltweiter Einsatz ermöglicht Meilenstein für Polio-Impfprogramme Nach der Einführung eines inaktivierten Polio-Impfstoffs in die Impfprogramme von Simbabwe und der Mongolei mithilfe der Globalen Impfallianz (GAVI) verfügen nun alle 73 von GAVI unterstützten Länder über diesen Impfstoff, der Kinder vor der Krankheit schützt. |
WHO bietet Kurs für Fachleute, deren Arbeit mit Impfsicherheit zu tun hat Dieser Kurs soll Fachleuten aus dem Bereich Impfsicherheit den Wissensaustausch ermöglichen. Teilnehmen können Männer und Frauen aus den Bereichen Krankenpflege, Geburtshilfe und Gesundheitsdienste von Gemeinden sowie Apotheker, Ärzte, Programmleiter oder Techniker. |
2012–2025: neue Strategie des GAVI-Vorstands zum Grundsatz, bei Impfungen niemanden zurückzulassen Am 27. Juni 2019 verabschiedete der Vorstand der Globalen Impfallianz seine neue Strategie für den Zeitraum 2021–2025. Arbeitsschwerpunkte sind die Gemeinschaften, die derzeit von Impfprogrammen ausgeschlossen sind, zum Beispiel in städtischen Slums, entlegenen Regionen und in Konfliktgebieten. |