Tabak ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko, die Hauptursache für vorzeitiges Sterben in der EU und jedes Jahr verantwortlich für fast 700 000 Todesfälle. Rund 50 % aller Raucherinnen und Raucher sterben vorzeitig (im Schnitt 14 Jahre früher).
Trotz erheblicher Fortschritte in den letzten Jahren gibt es in der EU nach wie vor viele Raucher/innen: 26 % der Gesamtbevölkerung und sogar 29 % der jungen Europäerinnen und Europäer zwischen 15 und 24 Jahren rauchen.
Politische Prioritäten
Um hier Abhilfe zu schaffen, haben die Europäische Union und die EU-Länder verschiedene Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums in Form von Rechtsvorschriften, Empfehlungen und Informationskampagnen eingeleitet.
Hierzu gehören:
- Vorschriften für Tabakerzeugnisse auf dem EU-Markt, z. B. hinsichtlich Verpackung, Kennzeichnung und Inhaltsstoffe
- Beschränkungen hinsichtlich der Werbung für Tabakerzeugnisse
- Schaffung rauchfreier Zonen
- Steuermaßnahmen und Maßnahmen zur Eindämmung des illegalen Handels
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Bürgerinnen und Bürger vor den gefährlichen Auswirkungen des Rauchens und anderer Formen des Tabakkonsums, u. a. vor Passivrauchen, zu schützen. Im Wesentlichen sind sie dazu gedacht, Raucherinnen und Rauchern dabei zu helfen, mit dem Rauchen aufzuhören oder erst gar nicht anzufangen. Besonderes Augenmerk wird dabei Jugendlichen gewidmet, da 93 % der Raucher/innen vor ihrem 26. Lebensjahr mit dem Rauchen beginnen.
Produktvorschriften
Angesichts des beträchtlichen grenzüberschreitenden Handels mit Tabakerzeugnissen und des Risikos voneinander abweichender nationaler Rechtsvorschriften sind für diese Erzeugnisse EU-weite Vorschriften erforderlich. Diese Vorschriften schützen die Verbraucher/innen in der gesamten EU. Seit Mai 2016 gilt für Herstellung, Aufmachung und Verkauf von Tabakerzeugnissen und verwandten Produkten die Richtlinie über Tabakerzeugnisse.
Weitere EU-Aktivitäten
- Mit der Richtlinie 2011/64/EU des Rates über die Struktur und die Sätze der Verbrauchsteuern auf Tabakwaren werden hohe Steuern auf Tabakwaren eingeführt, was besonders bei jungen Menschen sehr wirksam für eine Senkung des Verbrauchs sorgt.
- Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) untersucht den illegalen Tabakhandel im Rahmen des internationalen Protokolls über den illegalen Handel mit Tabakerzeugnissen.
Internationale Zusammenarbeit
Die EU arbeitet auch mit ihren internationalen Partnern zusammen, um den Tabakkonsum auf weltweiter Ebene zu verringern. Die EU-Mitgliedstaaten sind gemeinsam mit der Europäischen Kommission aktive Partner des WHO-Rahmenübereinkommens zur Eindämmung des Tabakkonsums – eine rechtsverbindliche internationale Übereinkunft, die die Minderung der schädlichen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Tabakkonsums zum Ziel hat. Konferenzen der Vertragsparteien des Übereinkommens finden alle zwei Jahre statt. Bei diesen Anlässen werden Beschlüsse gefasst, Protokolle verabschiedet und Leitlinien herausgeben.
EU-Kampagnen
Die Kommission hat schon früher Maßnahmen im Bereich der Raucherentwöhnung getroffen. Bei drei EU-weiten Kampagnen ging es um die Belastungen aufgrund von Tabakkonsum in ganz Europa, doch seit 2016 wurde der Schwerpunkt auf nationale Initiativen verlagert.