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Public Health

EU-Zusammenarbeit vor 2021

Die Bewertung von Gesundheitstechnologien (Health Technology Assessment, HTA) ist ein wichtiger Bestandteil der faktengestützten Entscheidungsfindung im Bereich Gesundheit in EU-Ländern.

Vor dem Jahr 2021 bestand die Zusammenarbeit aus zwei Hauptkomponenten: HTA-Netzwerk und gemeinsame HTA-Aktionen (EUnetHTA Joint Actions).

HTA-Netzwerk

Das HTA-Netzwerk verbindet die nationalen Behörden oder anderen Stellen, die sich mit der Bewertung von Gesundheitstechnologien befassen.

Es wurde mit der Richtlinie 2011/24/EU über die Ausübung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung eingerichtet, um strategische Leitlinien und politische Orientierung für die wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit bereitzustellen.

Zwar war eine Beteiligung freiwillig, doch alle EU-Länder beantragten die Mitgliedschaft und nahmen an den Aktivitäten des Netzwerks teil. Das HTA-Netz entwickelte Strategiepapiere und erörterte Bereiche für eine potenzielle Zusammenarbeit. Die Umsetzung erfolgte im Rahmen der nachstehend beschriebenen Gemeinsamen Aktionen 2 und 3 des EUnetHTA im Rahmen ihrer Arbeitspläne.

Gemeinsame Aktionen „EUnetHTA“

Bei den Gemeinsamen Aktionen EUnetHTA handelte es sich um die wissenschaftliche und technische Komponente der EU-Zusammenarbeit im HTA-Bereich, finanziert im Rahmen der EU-Gesundheitsprogramme:

  • Gemeinsame Aktion 1 (2010–2012, 6 Mio. Euro Mittelausstattung) begann mit der Entwicklung gemeinsamer klinischer HTA-Tätigkeiten.
  • Gemeinsame Aktion 2 (2012–2015, 9,5 Mio. Euro Mittelausstattung) setzte die während der ersten Gemeinsamen Aktion entwickelte Methodik und die damit verbundenen Aktivitäten erstmalig um.
  • Gemeinsame Aktion 3 (2017–2021), 20 Mio. Mittelausstattung) baute auf den Erfolgen und Produkten der vorigen Gemeinsamen Aktionen auf, setzte die Strategien des HTA-Netzwerks um und ging bei verstärkter Übernahme durch nationale HTA-Stellen von der Pilotphase zur Erstellung wissenschaftlicher Berichte über.
    Bei der dritten Gemeinsamen Aktion nahmen sehr viele Regierungsorganisationen aus EU-Ländern, EU-Beitrittsländern sowie EWR- und EFTA-Ländern teil, außerdem zahlreiche regionale Agenturen und gemeinnützige Organisationen aus dem HTA-Bereich in Europa.

Im Jahr 2017 veröffentlichte die Europäische Kommission eine Aufforderung zur Interessenbekundung für ein Gremium von HTA-Interessenträgern, das Anfang 2018 seine Arbeit aufnahm. Zu den Mitgliedern gehörten Vertreter/innen der wichtigsten HTA-Interessenträger: Patientenorganisationen, Organisationen von Beschäftigten im Gesundheitswesen, Investoren- und Branchenverbände. Das Gremium der HTA-Interessenträger trug zu einigen der vom HTA-Netzwerk entwickelten Strategiedokumente und auch zu den Initiativen der Kommission im Bereich HTA bei.

In ihrem Arbeitsprogramm 2017 hatte die EU-Kommission angekündigt, eine Initiative zur Stärkung der EU-weiten Zusammenarbeit bei der Bewertung von Gesundheitstechnologien einzuleiten, um das Funktionieren des Binnenmarkts für Gesundheitsprodukte zu verbessern. Die Mitglieder des HTA-Netzwerks, die Partner der Gemeinsamen Aktion 3 des EUnetHTA und zahlreiche Organisationen von Interessenträgern lieferten der Kommission während der Vorbereitung des Legislativvorschlags zur Stärkung der EU-Zusammenarbeit im HTA-Bereich wertvolle Beiträge.

Die Europäische Kommission hat ihren Vorschlag für eine Verordnung über HTA am 31. Januar 2018 angenommen, und im Dezember 2021 wurde das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen.